Home     Gottesdienste     Termine     Gemeindeleben     Pfarrnachrichten     Glaubensthemen     Verschiedenes     Pastoraler Raum     KiTa     Kontakt  
 
 
 
 
 
 
     
 
Sie sind hier: Glaubensthemen
 
 
 
Glaubenskurs für Erwachsene
Nach den Sommerferien im Oktober startet in St. Joseph ein neuer Glaubenskurs in unserer Pfarrei. Der Glaubenskurs richtet sich zuallererst an alle Erwachsenen, die sich entschieden haben, in die katholische Kirche einzutreten, aber auch diejenigen, die den christlichen Glauben kennenlernen möchten. In der Regel bereiten sich die Teilnehmer dieses Kurses auf ihre Taufe, den Empfang der Eucharistie und Firmung vor. Eingeladen sind aber auch Christen anderer Konfessionen, die in die katholische Kirche eintreten möchten. Der Kurs betrifft das Basis-/Grundwissen zu den wichtigsten Glaubensthemen. Dabei geht es nicht nur um das theoretische Wissen, sondern vielmehr um eine persönliche Beziehung zu Gott. Der Glaubenskurs endet in der Osternacht mit der Spendung der Sakramente der Taufe und Firmung in der jeweiligen Ortsgemeinde. Wir bitten um vorherige Anmeldung im Pfarrbüro oder direkt beim Diakon Rösler.

 
Herz Mariens
Diese beiden Herzen sind sich so nah, dass sogar ihre beiden Feste im kürzesten Abstand nacheinander stattfinden, das Fest des Heiligsten Herz Jesu am Freitag nach der Oktave des Fronleichnamsfestes und das Fest des Unbefleckten Herz Mariens am darauffolgendem Samstag. Der Kult der beiden Herzen hat sich fast parallel entwickelt. Bereits im Mittelalter entstanden als Verehrungsobjekte verschiedene Abbildungen des Herzen Mariens. Im Jahre 1830 erschien die heilige Jungfrau Maria der Ordensschwester Catherine Labouré und bat sie, die Abbildung der beiden Herzen auf der Wundertätigen Medaille prägen zu lassen. Aber den entscheidenden Anlass zur Einführung eines Kirchenfestes haben die Marienerscheinungen im bescheidenen portugiesischen Dorf Fatima geführt. Im Jahr 1917 jeweils am 13. Tag jedes Monats erschien die Jungfrau drei einfachen Hirtenkindern: Jacinta (8), Francisco (9) und Lucia (10). Die Erscheinungen waren begleitet von Wundern und Visionen, deren Inhalt manche Kindern mit ihrem Wissen nicht verstehen konnten. Dazu gehörte eine Vision der Hölle und des schrecklichen Leidens der verdammten Seelen. Die Botschaften, die die Kinder vernommen haben, bezogen sich u.a. auf die Weltkriege und auf die Verbreitung der Irrtümer Russlands nach der damals noch kürzlich bevorstehenden Oktoberrevolution. Aber die Kernbotschaft Mariens bezog sich auf die göttliche Rettung der Welt durch Sühne, Rosenkranzgebet und Einführung einer Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens. Maria bat die Kinder um die Weihe aller Länder und der ganzen Menschheit an ihr Unbeflecktes Herz. Die Jungfrau verkündigte Schwester Lucia im Jahre 1925 im Kloster im Pontevedra in Spanien, dass ihr Herz von Dornen umgeben ist, mit denen die undankbaren Menschen es durch ihre Lästerungen und Untreue ständig durchbohren und verletzen. Sie sagte auch, dass sie in der Sterbestunde zu jenen Menschen mit Gnaden, die ihre Seelen zur Erlösung brauchen kommen wird, wenn sie während der fünf folgenden Monate, jeweils am ersten Samstag des Monats mit der Absicht Sühne zu leisten für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens folgende Werke tätigen werden:
1. Empfang des Bußsakraments (Heilige Beichte, sie kann auch an den Tagen vorher oder nachher abgelegt werden)
2. Empfang der Heiligen Kommunion
3. Einen Rosenkranz beten
4. 15 Minuten die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten
Leider ist diese Andacht noch nicht überall bekannt. Im Jahre 1944 hat Papst Pius XII das Marienfest in der ganzen Kirche eingeführt.
Peter Milewski

 
Edith Steins philosophische Erkundungen
Das gängige Bild von Edith Stein ist nach wie vor das einer Heiligen. Schon 1968 widersprach der mit Edith Stein befreundete polnische Philosoph und Studienkollege Roman Ingarden (1893-1971) dem damals einseitigen und allgemein gezeichneten Bild von ihr. Er schrieb: „Ich bin der Meinung, dass Edith Stein Unrecht geschehen ist“, denn man „beschränkte sich (...) auf die Auswahl solcher Schriften, die entweder erst nach ihrem Eintritt ins Kloster geschrieben wurden oder den Stempel der so genannten christlichen Philosophie tragen. (...) Die Veröffentlichungen über Edith Stein (...) lassen ihre wissenschaftliche Leistung ganz und gar außer Acht, als ob diese überhaupt nicht existierte. Edith Stein war ein Philosoph, ein Wissenschaftler und ist auch im Kloster Philosophin geblieben“. Insbesondere seit den 70er Jahren ist in Fachkreisen ein verstärktes Interesse an Edith Steins philosophischen Arbeiten zu beobachten. Aber auch ihr Weg von der Philosophie zur Mystik findet seitdem verstärkt Beachtung, was ein neues Licht auf ihre Bedeutung als Philosophin, Christin und vor allem als Frau wirft. Edith Stein begann mit dem Philosophiestudium an der Universität in Breslau und setzte es in Göttingen fort. Nach der Erlangung des Doktortitels in Philosophie (auf der Grundlage der Arbeit Zum Problem der Einfühlung, 1916) wurde sie erste Assistentin von Prof. Edmund Husserls (1859-1938) in Freiburg im Breisgau. Dieser Begründer einer Denkrichtung, die auf der Betrachtung von ausschließlich unmittelbar gegebenen Phänomenen (daher die Bezeichnung Phänomenologie) beruht, hatte einen entscheidenden Einfluss auf Edith Steins wissenschaftliche Orientierung. Im Laufe ihres philosophischen Werdegangs setzte sie sich u.a. kritisch mit Heideggers Frage nach dem Sinn von Sein auseinander, ging dann zur philosophischen Schule von Thomas von Aquin und vertiefte sich bei der Beschäftigung mit christlicher Philosophie in die Schriften von Augustinus und der neuplatonischen Mystik. Im Mittelpunkt vieler ihrer Abhandlungen steht der Gedanke, dass das Streben nach Wahrheit und die Wahrheitsliebe den Menschen zu seiner wahren Existenz finden lässt. Und bis zu ihrem Tod in Auschwitz blieb sie auf der beständigen Suche nach einem philosophisch verantworteten Glauben, was sie in der Abhandlung Endliches und ewiges Sein. Versuch eines Aufstiegs zum Sinn des Seins (1936) auf besondere Weise zum Ausdruck brachte. Philosophie und existenzielles Leben sind bei der Autorin aufs Engste miteinander verknüpft. Alle ihre Schriften entstanden aus einer bestimmten Lebenssituation heraus, aus den sich ihr jeweils aufdrängenden Fragen im Bereich der Ethik, Politik und des Rechts. In ihrem Werk war sie stets bemüht, zu einer Einheit von Gegensätzen zu gelangen, das heißt zu einer Verbindung von innen und außen sowie von Handeln und tiefer Innerlichkeit.
Aleksandra Chylewska-Tölle
Zitierte Quelle: Roman Ingarden, Über die philosophischen Forschungen Edith Steins. Zit. nach: Waltraud Herbstrith (Hrsg.), Edith Stein - eine große Glaubenszeugin. Annweiler 1986, S. 229.

 
 
 
 
Home   Impressum   Kontakt