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Barmherzigkeitsstunde
Es war eine Premiere bei der Begehung des Festes der Göttlichen Barmherzigkeit in der Gemeinde St. Joseph. Aber eine würdige Premiere. Mit ca. 40 Gemeinde/Pfarrei-mitglieder versammelten wir uns um 15.00 Uhr, in der Barmherzigkeitsstunde vor dem ausgesetzten Allerheiligen und dem Bild “Jesus, ich vertraue auf dich”. In ihren Visionen bekam Schwester Faustina von Jesus großartige Versprechungen für jeden, der sich am Barmherzigkeitssonntag an die göttliche Barmherzigkeit wendet: “An diesem Tag werden die tiefsten Tiefen meiner Barmherzigkeit für alle geöffnet werden”. Eine besondere Gnade an dem besonderen Tag war die Möglichkeit zu einem vollkommenen Ablass. Durch Betrachtungen der Texte von Schwester Faustina, sowie andere Gebete, vor allem den Barmherzigkeitsrosenkranz beteten wir in der Gemeinschaft für uns selbst, für die Anliegen unserer Pfarrei, für Menschen, die uns nahe stehen sowie für alle Sünder. Dankbar für diese gnadenvolle Zeit hoffen wir, dass die Andacht in der Barmherzigkeits-stunde in unserer Gemeinde/Pfarrei zukünftig einen festen Platz finden wird.
Halina Rösler

 
Schawuot und Pfingsten
Er gab dem Mose zwei Tafeln von Stein: Schawuot und Pfingsten Als am Pfingsttag der Heilige Geist ausgegossen wurde, kamen 3000 Juden aus 16 verschie-denen Nationen zum Glauben an Jesus, so steht es in der Apostelgeschichte. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum diese fremd-sprachigen Juden überhaupt in Jerusalem waren? Die Antwort: es war Schawuot, das jüdische Pfingstfest. An diesem Erntefest ge-denkt Israel seiner Geburtsstunde als Gottes-volk beim Bundesschluss am Sinai. Am Tag nach Pessach wallfahrtete man nach Jerusalem. Auch heute noch werden an Schawuot in der Synagoge die Zehn Gebote Gottes der ste-henden Versammlung vorgetragen. Dieser Akt wird als „Hochzeit“ zwischen Gott und Israel verstanden; die Torah ist der „Ehevertrag“. Weitergefeiert wird beim nächtlichem Bibelstu-dium. All das kann man bei der ökumenischen Kampagne „#beziehungsweise -jüdisch und christlich: näher als du denkst“ nachlesen, die dazu anregen möchte, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahr-zunehmen. Denn Jesus war Jude. Gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Bei unserem Pfingstfest zum Beispiel nimmt die Lesung der Vigil aus Exodus 19 Bezug auf die ursprüngliche Bedeutung des Festes des Bundesschlusses. Wir hören, wie das ganze Volk einstimmig erklärt: „Alles was der Herr gesagt hat, wollen wir tun,“ bevor Mose auf dem Gipfel des Sinai die beiden Gesetzestafeln mit den 10 Weisungen des Lebens erhielt. Angesichts des goldenen Kalbes zerbrach Mose die Tafeln. Aus Wut oder Verzweiflung? Nach einer anderen Auslegung wollte Mose, so Rabbiner N. Wurmser durch die Zerstörung der Tafeln „das Volk vor einem unlösbaren inneren Konflikt bewahren. Denn hätte er die Tafeln übergeben, wären die Kinder Israels der Häresie, des Bundesbruchs schuldig gewesen.“ Doch dann, gerade durch das Zerbersten der Tafeln, so ein anderer jüdischer Midrasch, lösten sich die Worte aus dem Stein und flogen Vögeln gleich in die ganze Welt: jetzt konnte jeder Mensch auf der Erde Kenntnis von den zehn Geboten Gottes erlangen. So wird erklärt, warum es zum gemeinsamen moralischen Kon-sens überall auf der Welt gehört, nicht egois-tisch zu handeln, seine Familie zu lieben, treu zu sein, zu teilen… Dennoch gibt es in jeder- wie auch immer gearteten-Gesellschaft Neid, Hass, Habsucht, Scheidung, Gewalt. Auch in unserem Leben kommen wir an ein Limit, zu vergeben, treu zu sein... Selbst in der Bibel unterstreichen vor allem die Propheten die Unfähigkeit des Volkes Gottes, das Gute zu tun, trotz des Wis-sens darum, was Gott gefällt. Also was jetzt? In den vielen Jahrhunderten nach dem Bundes-schluss reifte die Erkenntnis im Volk Gottes, dass es ohne das Eingreifen Gottes seine Gebo-te nicht halten kann. Beim Prophet Ezechiel liest man schon 500 v. Chr. folgende Verheißung: „Ich schenke ihnen ein anderes Herz und einen neuen Geist…damit sie nach meinen Geboten leben und sie erfüllen. Sie werden mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein.“ (Ez 11,19ff) Es wird der Geist Gottes sein, der das Gesetz leb-bar macht! Paulus beschreibt die Funktion des Gesetzes, die eigene Ohnmacht bewusst zu machen so: „In meinem Inneren freue ich mich am Gesetz Gottes, ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefan-gen hält. (Röm 7,22) Der Jude Edmund Fleg wies vor fast 100 Jahren in einem meiner Lieblings-bücher allein dem erwarteten Messias die Rolle des Vollbringers der Thora zu: „Auf dass die Söhne Adams durch meine Leiden gerettet wer-den, nehme ich alle Leiden auf mich. Darum lerne die Thora, oh Moses: du wirst sie lehren, ich sie vollbringen.“ Ohne danach zu trachten, dem Judentum seine Reichtümer wegzunehmen, kann die Bedeutung von Schawuot uns helfen, Pfingsten tiefer zu verstehen: Nach christlichem Glauben hat Jesus, der Mes-sias, als Einziger die Thora, die Gebote der Gottes- und der Nächstenliebe vollkommen erfüllt. Am Kreuz hat er als seine letzte Hand-lung den „Heiligen Geist“ ausgehaucht, der sein Wesen ist, die grenzenlose Liebe. Dieser ist mit Feuer und Rauch wie am Sinai auf die, die ihn ersehnten, auf die verängstigten, verunsicher-ten Jünger, auf ein Häufchen Elend herabgefah-ren. Sie hatten ihre Feigheit erlebt, den Verrat, die Uneinigkeit, die Verstreuung. Sie hatten Jesus als den Auferstandenen gesehen und waren doch voller Furcht. Erst als am Pfingsttag der Heilige Geist auf sie gekommen war, wur-den sie verwandelt, bekamen Kraft, Zuversicht und fühlten die Gemeinschaft untereinander. Sie hatten ein inneres Prinzip neuen Lebens von Gott geschenkt bekommen, so dass Christus in ihren Herzen anwesend war, und alle zukünf-tigen Großtaten in ihnen vollbrachte. Dieses „innere Prinzip“ nennt die Kirche „Heiliger Geist“. An Ostern hat Christus uns von Tod und Sünde befreit. Pfingsten geschieht dort für uns, wo der Heilige Geist unser steinernes Herz in ein Herz umwandelt, das liebt, weil es geliebt wird und den Bund mit Gott erneuert. Dieser Heilige Geist ist jetzt über unseren Köpfen unterwegs und sucht unter uns einen zerknirschten Menschen, der diesen Geist von Pfingsten ernsthaft haben will und braucht, gleichsam als Landeplatz. Corona kann ihn nicht stoppen. Also, wer will von Christus ein neues Herz?
M. Voderholzer

„Spirit, der bewegt: Schawuot beziehungsweise Pfingsten“, ökumenisches Projekt mit Bischofskonferenz zur 1600 Jahrfeier Judentum in Deutschland; Edmund Fleg: „Moses“, Vorlage für den Film „Der Prinz von Ägypten“ 1928 Bilder: M.Voderholzer, “Mose”, Peter Kane “Pfingsten“

 
In der Osternacht getauft
Das Osterfest, das Fest der Auferstehung Jesu ist für uns Christen das größte und schönste Fest im Jahr. Wie war das für Sie, zum ersten Mal in der Gemeinschaft der Christen dieses Hochfest zu feiern?
Etwas sehr Besonderes. Es ist sehr feierlich und emotional und gibt eine tiefere Anbindung an den Glauben. Das Osterfest steht ja für Neuanfang und Hoffnung. Ich werde mich bei jedem zukünftigen Osterfest mit Freude an meine Taufe, Kommunion und Firmung erinnern.
Erzählen Sie erstmal etwas über sich?
Ich bin 59 Jahre und seit 4 Jahren verwitwet und habe die letzten Jahre gebraucht und genutzt, um zu überlegen, was für mich wichtig/ sehr wichtig ist, wie meine Taufe. Aktuell lese ich viel und puzzle. Ich interessiere mich für Geschichte und Fußball. Ich treffe mich auch gerne mit anderen Menschen, aber in der aktuellen Pandemie lieber nicht. Ich möchte gerne nach Rom fahren und mir im Vatikan den Petersdom ansehen, wenn das Reisen wieder möglich ist.
Ich glaube, es ist nicht falsch zu sagen, dass es so viele Glaubenswege gibt, wie viele Menschen, sich für einen solchen Weg entscheiden. Wie kam es dazu, dass Sie katholisch sein wollten?
Ich habe lange gebraucht um zu erkennen, dass dies eigentlich schon immer mein Weg war, weil ich im St. Joseph Krankenhaus (Tempelhof) geboren bin. Wie passend, dass ich in der St. Joseph Kirche getauft worden bin. Katholische Gottesdienste haben mich schon immer mehr bewegt. Der katholische Glaube ist traditioneller und intensiver. Sehr wichtig ist auch der Papst als Kirchenoberhaupt.
Es bewegt mich persönlich immer wieder, wenn ich in den vielen Gesprächen und Begegnungen merke, mit welcher Motivation und nicht selten einer großen Intensität, sich die Taufbewerber auf den Empfang der Sakramente vorbereiten. Wie war das bei Ihnen, insbesondere auf der „letzten Grade“?
Generell viel Wissensdurst. Ich habe mich immer auf den Glaubenskurs gefreut; er wird mir fehlen. Ich lese täglich in der Bibel und habe die Zeitung Tag des Herrn abonniert. Ich bin mit Freude zum Gottesdienst gegangen und auch zu Andachten und Gebetskreisen; und das tue ich auch weiterhin. Zuletzt bin ich nach innen gegangen, um mich an meine Fehler/ Sünden zu erinnern und Gott um Vergebung zu bitten und habe negative Emotionen losgelassen.
Es ist eine große Freude für die ganze Pfarrei und Gemeinde, wenn sie neue Mitglieder gewinnen kann. Welche Rolle spielt für Sie die Teilnahme an dem Gemeinschaftsleben der Pfarrei bzw. Gemeinde?
Es ist sehr wichtig. Ich freue mich, wenn hoffentlich bald zahlreiche Aktivitäten möglich sind. Die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe sind offen, hilfsbereit, nett und warmherzig.
Was erwarten und erhoffen Sie sich von der Pfarrei bzw. Gemeinde?
Stärkung und Vertiefung meines Glaubens. Ansonsten werde ich schauen, wo ich mich einbringen kann, denn ich bin ja ein Mitglied dieser Gemeinde. Ich bin sehr glücklich, dass ich getauft und endlich angekommen bin. Vielen Dank auch für die wundervollen Geschenke zu meiner Taufe, Kommunion und Firmung. Mit Gottes Segen gehen wir Menschen leichter auf allen Wegen.
Die Fragen stellte Raimund Rösler

 
 
 
 
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